Als ich mich gestern am Landeplatz mit "bis morgen" verabschiedete, erntete ich ungläubigen Spruch.
Die Prognose ist ja auch nicht gut. Früh meldet der Tegelberg stärkeren Südwest, der Buchenberg Süd-
ost. Dort schwächelt der Wind. Ich probiere es gegen zwölf, da bin ich der erste Flieger. Der Wind oben
pendelt jetzt um Südwest. Der Schnee im Hang unter der Alm ist deutlich reduziert, aber immer noch
grenzwertig. Gäbe es zuverlässige Nordwestphasen, würde ich dennoch dort starten. Gibt es aber nicht.
Also hoffe ich am Flachstart auf Null,
da habe ich immerhin eine gute Spur.
Beim ersten Versuch gerate ich kurz vor der Klippe in Rücken-
wind, ich breche ab. Nun hab ich auch einen Helfer, der mir
die Schirmmitte hochhält, danke! Mein zweiter Versuch gelingt.
Zum Tegelberg fahre ich eigentlich nur, weil ich meine, gestern dort
meinen Pullover liegen gelassen zu haben. Der ist aber nicht da. Ich
frage auch in der Flugschule, erfahre dort, dass der Wind oben per-
fekt ansteht. Ich bin der erste Flieger hier. Oben passt wirklich alles!
Am Westgrat finde ich
an vielen Stellen Steigen.
Da tobe ich mich erstmal aus.
Dann fliege ich zur Hornburg und habe solides Steigen!
Ich drifte mit dem Bart zum Rohrkopf, finde dort noch
besseres Steigen, ich komme zur sinkenden Wolkenbasis.
Beim Rausfliegen verliere ich keine
Höhe. Ich komme nur langsam vor-
wärts. Es wird auch recht turbulent.
Ich erwarte unten Starkwind aus
Nordwest und plane deshalb mei-
ne Landung bei St. Coloman - da
hätte ich die wenigsten Leeeffekte.
Überraschung! Unten ist es ganz ru-
hig, schwacher Wind aus Nordost.
Nach meinem Einkauf in Füssen - einen Pullover
gönne ich mir - fahre ich zum Roßhauptener Kurpark
und treffe dort wie erhofft alte Freunde aus Bochum.