Trotz oben Süd sehe ich unten eher Nord. Das zeigen auch die Windwerte am Buchenberg. Den hab
ich wochenlang gemieden, weil die Besteigung an meine Grenzen geht, dazu mein weher Fuß, der sich
heute aber besser anfühlt. Soll ichs wagen? Ich denke lange darüber nach. Kurz nach elf ziehe ich los.
Die Straße zum oberen Parkplatz ist in gutem Zustand.
Auch als weiterer Aufstiegsweg ist die Straße noch lange eis-
frei, erst ab etwa 1000 m gehe ich recht sicher in den Ketten-
spuren der Fahrzeuge. Ich bin langsam, mich überholen viele.
Oben komme ich dann total erschöpft
an und brauche ganz viel Erholungszeit.
Von meinen drei Vorfliegern schafft
es nur Klaus mit dem Einfachsegel
in die Luft. Ich probier es dann auch,
muss nach links aus der Spur in den
Tiefschnee, aber es klappt dennoch.
Unten kommt ein Hauch vom Berg her. Ich lande entlang der Loipe, auf der
Skaterpiste kann ich ja nichts kaputt machen. So kann ich gut an der Hütte
zusammenlegen und habe einen kürzeren Weg zur Straße. Jetzt fliegen auch
die anderen und landen regulär. Jetzt muss ich nur noch zum Auto hochlaufen.
Jetzt spür ich meinen Fuß wieder.
Es kostet mich meine letzte Kraft.
Ich denke, für die verbleibenden zwei
Wochen bis zur Bergbahn-Saison wer-
de ich mir solche Kraftakte verkneifen.