Ich bin zur ersten Gondel am Tegelberg.
Frank Seyfried, der Chef der Bahn, er-
mahnt mich streng, ich solle nicht bei
gefährlichen Bedingungen fliegen, das
animiere andere, es auch zu tun. Recht
hat er. Eigentlich ist das auch immer
mein Prinzip. Hat aber gestern bei mir
nicht funktioniert. Ich hatte die Wetter-
warnung durchaus vernommen. Hab
aber den brutalen Windeinsatz für deut-
lich später erwartet. Wenn sich der Start-
wind gut anfühlt, ist der Flug okay - das
ist oft, aber nicht immer richtig. Letzte-
res muss ich mehr verinnerlichen. Danke,
Frank Seyfried! Oben ist der Wind stark
und böig. Ich wandere die Königsrunde.
Ich fahre runter, kaufe ein, besuche die
Schmetterlinge am Hegratsrieder See.
Mittags steckt der Tegelberg in der Wolkendecke.
Der angezeigte Wind ist nur noch schwach. Ich be-
obachte das. Als der Berg frei wird, fahre ich noch-
mal los. Oben ist es nahezu windstill, umlaufend.
Ich bin allein am Startplatz, Zeit, die
stark verdrillte Steuerleine auszunudeln.
Als ich mich startfertig mache, kommen
Tandems. Ich fliege zum Latschenschrofen.
Im Bereich bis zum Rohrkopf nut-
ze ich etliche thermische Ansätze.
Dann soare ich ausgiebig an der Hornburg.
Ich fahre noch nach Bunnen. In-
zwischen donnerts in der Ferne.