Vor knapp elf Jahren bin ich zuletzt Drachen geflogen. Mein großer Wunsch
war jetzt, es noch einmal zu tun. Winfried hat eine geeignete Ausrüstung für
mich. Wir treffen uns in der Flugschule, um den Keller-Karpfengurt auszu-
probieren. Solch einer war damals mein erster Gurt nach dem Kniehänger
meiner Erstausrüstung, den konnte ich mir leisten, nach einer ZDF-Fernseh-
produktion für das kleine Fernsehspiel, bei dem ich teilweise mit dicker Ka-
mera (16-mm-Beaulieu) vom Berliner Teufelsberg geflogen bin. Mit diesem
Gurt war ich dann auch in den Pyrenäen. Ist ziemlich beschwerlich, den an-
zuziehen. Aber passt. Dann fahren wir hoch. Allein den Drachen zur Rampe
hochzuwuchten, kostet ganz viel Kraft. Mein Start klappt wie in alten Zeiten.
Die Luft trägt großräumig an vielen Stellen. Aber
das Handling strengt mich sehr an, ich will vor al-
lem sicher fliegen und mich nicht überfordern. Ich
verzichte auch darauf, das Gurtzeug zu schließen.
Über der Pöllat bei St. Coloman
drehe ich schön im leichten Steigen.
Das wird dann auch schon Genuss.
Meine Restpower brau-
che ich für die Landung.
Unten gibts keinen eindeutigen Gegenwind. Ich lande auf Rädern.
Beim Schieben zum Abbauplatz habe ich Hilfe, danke! Bin froh,
dass ichs gemacht habe, war ein wunderbares Erlebnis. Aber noch-
mal werde ich es nicht tun. Nach einer Weile Erholung fahre ich
mit dem Gleitschirm nochmal hoch. Winfried ist inzwischen solo
mit seinem Doppelsitzer gestartet und ganz hoch. Ich bin noch
ziemlich erschöpft und überlege, ob ichs mir nochmal geben soll.
Schließlich überwiegt die Flug-
lust. Ich steige vom Start weg.
Auch ich könnte richtig hoch steigen. Aber
der Wind ist inzwischen grenzwertig. Da
bleib ich lieber nordseitig vom Landegebiet.
Weiter unten fliege ich ein paarmal rückwärts. Die Landerei ist sehr sport-
lich. Ich stehe das nicht, werde umgerissen und geschleift, kann eine Sei-
te einziehen und das Ganze stoppen. Tim hilft mir auf die Beine. Danke!
Winfried hatte einen fantastischen Flug, mit dem Drachen hat ihm
der viele Wind nichs ausgemacht. Danke Winfried für diesen Tag!